Fußball Europameisterschaft 2024

Im Sommer 2024 steht neben diversen anderen großen Sportveranstaltungen wie beispielsweise den Olympischen Sommerspielen auch die Fußball-Europameisterschaft auf dem Programm. Bereits zum 17. Mal wird das Turnier ausgetragen. Bis es soweit ist, stehen zwar noch einige andere internationale Turniere an – zum Beispiel die Weltmeisterschaften in Russland 2018 und in Katar 2022 – doch die Planungen sind auch schon für 2024 im Gange.

Man wird sich bis zum Anpfiff des ersten Spiels der EM 2024 wohl noch an einige neue Namen gewöhnen – und viele bekannte Namen verabschieden müssen. So wird Cristiano Ronaldo mit dann 39 Jahren vielleicht nicht mehr dabei sein. Und auch Spieler wie Thomas Müller und Robert Lewandowski gehören dann schon zum alten Eisen.

Wer wird die EM 2024 austragen?

Für die Europameisterschaft 2024 steht noch kein Gastgeber fest. Bis zum 3. März 2017 haben die Nationen noch Zeit, sich zu bewerben. Erst im Herbst 2018 wird dann feststehen, wer das Großereignis austragen wird.

Gute Chancen rechnet sich dabei Deutschland aus. Im Gegenzug für ihre Unterstützung bei der Bewerbung für die EM 2024 überließ der DFB dem englischen Fußballverband die Austragung der Halbfinals und des Finales der EM 2020.

Neben diesem Vorteil kann Deutschland zahlreiche hochmoderne Fußballtempel vorweisen, die in anderen Ländern für solche Großereignisse oft erst gebaut werden müssen. Dass Deutschland sportliche Großereignisse stemmen kann, hat das Sommermärchen 2006 gezeigt – eine rundum gelungene Weltmeisterschaft. Und dass die Menschen in Deutschland fußballbegeistert sind, zeigt der Zuschauerschnitt in der Bundesliga: Keine andere Fußballliga kann einen annähernd so hohen Besucherandrang aufweisen.

Die Allianz-Arena in München. Yuri Turkov / Shutterstock.com

Ein weiterer Kandidat ist die Türkei. Ihr werden jedoch nur Außenseiterchancen eingeräumt – auch wegen der dortigen politischen Situation.

Schließlich haben sich auch die Skandinavier noch in das Rennen um die Austragung der EM 2024 eingeschaltet. Die vier Länder Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark wollen gemeinsam die Europameisterschaft austragen.

Teilnehmer und Rahmenbedingungen

Die Reisestrapazen der vorherigen EM 2020 wird es im Jahr 2024 nicht mehr geben. Während es im Jahr 2020 zum 60-jähirgen Jubiläum der Europameisterschaft ganze 13 Gastgeberländer geben wird, können sich die Fans 2024 wieder darauf einstellen, nicht mehr die meiste Zeit im Flieger oder Reisebus verbringen zu müssen.

Zuletzt wurde das Teilnehmerfeld der Europameisterschaft von 16 auf 24 erweitert. Sollte es nicht zu einer weiteren Änderung kommen, wird auch 2024 der Titel unter 24 Teams ausgespielt. Die Qualifikation für das Turnier beginnt nach der Weltmeisterschaft 2022. Wie bisher wird es Qualifikationsgruppen geben, in denen die Mitgliedsverbände der UEFA um den Einzug in das Turnier kämpfen. Aber auch die erstmals in der Saison 2018/19 gespielte UEFA Nations League hält vier Qualifikationsplätze für die Europameisterschaft bereit. Der Gastgeber wird wie bei den letzten Turnieren direkt qualifiziert sein.

Frankreich, Austragungsort der letzten Europameisterschaft 2016. Alexandra Lande

Die Vorrunde

Bevor die Teilnehmerzahl von 16 auf 24 angehoben wurde, war die Vorrunde einer Europameisterschaft keine komplizierte Sache: In vier Gruppen spielten jeweils vier Mannschaften um den Gruppensieg und auch der Gruppenzweite qualifizierte sich für die anschließende K.O.-Runde.

2016 änderte sich dieser Modus durch die erhöhte Teilnehmeranzahl. Sollte sich dieser Modus nicht noch einmal ändern, wird er auch bei der Europameisterschaft 2024 zur Anwendung kommen.

In diesem neuen Modus wird ebenfalls in 4er-Gruppen gespielt. Da es aber acht Mannschaften mehr gibt, muss sich auch die Gruppenanzahl erhöhen: Es gibt also sechs Gruppen. Würden jetzt in jeder Gruppe die beiden erstplatzierten Mannschaften weiterkommen, so ergäbe sich keine passende Anzahl für ein Viertel- oder Achtelfinale. Also musste eine Modifikation her.

So wurde ein Achtelfinale eingeführt, das es vorher bei Europameisterschaften nicht gab, da nach der Gruppenphase direkt das Viertelfinale gespielt wurde.

Für das Achtelfinale qualifizieren sich wie bisher alle Gruppenersten und auch die Gruppenzweiten sind direkt qualifiziert. 12 von 16 Plätzen für das Achtelfinale sind so bereits vergeben. Die noch ausstehenden vier Plätze werden an die vier besten Gruppendritten vergeben – zwei Gruppendritte müssen also nach der Gruppenphase die Koffer packen. Die besten Gruppendritten werden einfach nach der Anzahl der Punkte ermittelt – herrscht hier Gleichstand, so geht es erst um die bessere Tordifferenz und anschließend um die Anzahl der erzielten Tore.

Geht in der Gruppenphase ein Spiel nach 90 Minuten mit einem Unentschieden zu Ende, so erhalten beide Mannschaften einen Punkt – bei einem Sieg gibt es drei Punkte. Für die Weltmeisterschaft 2026 wird diskutiert, das Unentschieden in der Gruppenphase abzuschaffen und stattdessen direkt ins Elfmeterschießen zu gehen. Ob sich dieser Vorschlag durchsetzt und ob er eine Auswirkung auch auf die EM 2024 haben wird, ist aber noch offen.

Nach der Gruppenphase sind von 24 Mannschaften also 16 Mannschaften dabei.

Island, die Überraschungsmannschaft der EM-2016. Vlad1988 / Shutterstock.com

Die K.O.-Phase

Von jetzt an geht es im Ausscheidungsmodus weiter. Jedes Spiel zählt – angefangen im Achtelfinale bis hin zum Halbfinale. Dort qualifizieren sich dann die beiden Sieger für das große Finale, das in der Regel in der Hauptstadt des Austragungslandes stattfindet.

Anders als bei der Weltmeisterschaft gibt es bei Europameisterschaften kein sogenanntes „kleines Finale“, also kein Spiel um Platz 3. Die EM ist für die Verlierer der Halbfinals also beendet. Das war aber nicht immer so. Bis zur EM 1980 wurde auch der dritte Platz ermittelt. Anschließend schaffte man dieses Spiel aber ab.

Zwischen den Spielen in der K.O.-Phase haben die Teams eine Regenerationszeit von zwei bis vier Tagen. Insgesamt absolvieren der Europameister und der Vize-Europameister sieben Spiele auf ihrem Weg durch die EM: Drei Gruppenspiele, das Achtelfinale, das Viertelfinale, das Halbfinale und schließlich das Finale.

Steht es in den K.O.-Spielen nach 90 Minuten unentschieden, so geht das Spiel in die Verlängerung. Steht auch nach zweimal 15 Minuten Verlängerung dann noch kein Sieger fest, geht es ins Elfmeterschießen, in dem der Sieger ermittelt wird.

Historie

Seit 1960 gibt es die Europameisterschaft. Bei den ersten beiden Turnieren lautete der Name noch „Europapokal der Nationen“. Anschließend erklärte die UEFA den Wettbewerb offiziell zur Fußball-Europameisterschaft.

Amtierender Europameister ist Portugal. Sie gewannen das Turnier im Jahr 2016 gegen den Gastgeber Frankreich. Auch der Rekordspieler kommt aus Portugal: Cristiano Ronaldo bringt es auf 21 Spiele. Zusammen mit Michel Platini aus Frankreich, dem ehemaligen UEFA-Präsidenten, ist er außerdem Rekordtorschütze mit 9 Toren.

Deutschland ist gemeinsam mit Spanien Rekord-Titelhalter. Beide Nationen bringen es auf je drei Titel. Der letzte deutsche Triumph liegt aber schon eine Weile zurück: 1996 in England konnte sich Deutschland zum letzten Mal die europäische Fußballkrone aufsetzen. Seit 2008 ist Deutschland jedoch immer mindestens bis ins Halbfinale gekommen – 2008 war sogar erst im Finale gegen Spanien Schluss. Mit insgesamt sechs Final- und neun Halbfinalteilnahmen bei drei Titeln führt Deutschland die ewige Rangliste an.

Sieger der Europameisterschaften

JahrAustragungsortSieger
1960FrankreichSowjetunion
1964SpanienSpanien
1968ItalienItalien
1972BelgienBR Deutschland
1976JugoslawienTschechoslowakei
1980ItalienBR Deutschland
1984FrankreichFrankreich
1988BR DeutschlandNiederlande
1992SchwedenDänemark
1996EnglandDeutschland
2000Belgien/NiederlandeFrankreich
2004PortugalGriechenland
2008Österreich/SchweizSpanien
2012Polen/UkraineSpanien
2016FrankreichPortugal
2020europaweit?
2024??

Bei der letzten Europameisterschaft war Deutschland zwar Favorit, kam aber nicht über das Halbfinale hinaus. Während man im Viertelfinale noch Italien in einem spannenden Elfmeterschießen schlug, verlor „die Mannschaft“ ihr Halbfinale in Marseille gegen Gastgeber Frankreich mit 0:2.

Insgesamt konnten bisher zehn verschiedene Nationen den Europameisterschafts-Titel gewinnen, darunter auch Außenseiter wie Griechenland und Dänemark.

Deutscher Rekordspieler ist Bastian Schweinsteiger, der auf beeindruckende 18 Spiele bei Europameisterschaften kommt. Mario Gomez ist gemeinsam mit Jürgen Klinsmann der deutsche Rekordtorschütze: Beide schossen jeweils fünf Tore bei Europameisterschaften.

Der Pokal der Europameisterschaft trägt den Namen „Coupe Henri-Delaunay“. Sein Namensgeber war der erste UEFA-Generalsekretär und „Erfinder“ der Europameisterschaften Henri Delaunay. 2008 wurde die ursprüngliche Trophäe von einem neuen, sehr ähnlich aussehenden Pokal abgelöst. Der neue Pokal ist etwas größer und hat keinen Marmorsockel mehr.

Wer den Pokal im Jahr 2024 am Ende in den Himmel stemmen wird, steht noch in den Sternen. Die üblichen Verdächtigen heißen Spanien, Frankreich, Italien und natürlich Deutschland. Aber auch mit anderen traditionell starken Nationen ist zu rechnen: England und Portugal beispielsweise. Und auch Nationen mit sehr jungen Teams werden den Zuschauern in den kommenden Jahren viel Freude bereiten, wie zum Beispiel Belgien oder die Niederlande.