Transparency International fordert Verbot von Sportwetten bei der UEFA EM 2024

Im Fokus der UEFA EURO 2024 steht eine nachhaltige Menschenrechtsstrategie. Deutsche staatliche Stellen (Bundesregierung, Länder und Host Cities)  sowie die Veranstalter haben sich verpflichtet, Menschenrechten Priorität einzuräumen und potenzielle Risiken zu adressieren. Dazu wurde eigenes eine „Menschenrechtserklärung für die UEFA EURO 2024“ veröffentlicht. Doch Transparency International meint, dass die Verantwortlichen im Hinblick auf den Schutz vor problematischem Glücksspiel im Allgemeinen und den Suchtgefahren von Sportwetten im Besonderen nicht gerecht werden.

Pikant: Erstmalig in der Geschichte der UEFA EURO wird ein Wettanbieter, Betano, als offizieller Sponsor auftreten. Dies ebnet den Weg für umfassende Werbekampagnen von Sportwettenanbietern zur Europameisterschaft. Ein bekannter Slogan von Interwetten – „Du hast das Wissen. Wir haben die Wetten.“ – suggeriert eine Kontrollillusion, welche insbesondere Fußballfans anspricht, indem sie annehmen, mit ihrem Wissen einen Vorteil beim Glücksspiel zu haben. Dies stellt sich jedoch als trügerisch heraus, da bei Sportwetten kein Wissen vor Verlusten schützt.

Das sagt Transparency International Deutschland

Transparency International Deutschland kritisiert, dass die UEFA EURO 2024 Sponsoring von Betano im Bereich der Sportwetten erhält. Die Organisation hebt hervor, dass hierdurch insbesondere junge Männer zu Glücksspielen verleitet werden könnten, während potenzielle Risiken wie Spielsucht minimiert erscheinen.

Nationale Anti-Doping-Agentur zur UEFA EURO 2024 startet Präventionskampagne

Doch hatte im Rahmen der UEFA EURO 2024 in Deutschland die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) eine Dopingpräventions-Kampagne initiiert. Unter dem Titel „Heimspiel für Fairness“ zielt diese Aktion darauf ab, Fairplay und Integrität während des Turnier zu fördern. Diese Kampagne wird in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) durchgeführt und ist ein Teil des größeren Projektes „Heimspiel für Europa“ unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Inneres und Heimat (BMI).

Der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert hat unterdessen auf das Fehlen präventiver Maßnahmen gegen Glücksspielsucht hingewiesen. Er betont, dass in Deutschland rund 1,3 Millionen Menschen glücksspielabhängig sind und dass deshalb eine verstärkte Aufklärung nötig ist. Markus Sotirianos vom Bündnis gegen Sportwetten-Werbung drückt die Forderung nach einer Neuorientierung aus: Im Interesse des Gemeinwohls sollten anstelle kommerzieller Interessen die präventiven Maßnahmen gegen Glücksspielsucht verstärkt werden. Sotirianos betont, dass eine Fokussierung auf die Prävention einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der in der Menschenrechtserklärung verankerten Grundsätze darstellt.

Suchtbeauftragter fordert EM 2024 ohne Sportwettenwerbung

Der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert gibt eine deutliche Empfehlung auf Sportschau.de vor der Fußball-EM 2024 in Deutschland. Er appelliert für eine Durchführung des Turniers ohne die Bewerbung von Sportwetten. Blienert betont die Bedeutung der Europameisterschaft als sportliches Großereignis, welches frei von Werbung für riskante Verhaltensweisen bleiben solle. „Die Risiken durch Sportwetten müssen ernst genommen werden“, betont er und fordert, dass die Spiele werbefrei bleiben.

Um den Einfluss von Sportwettenwerbung zu reduzieren, schlägt der SPD-Politiker zudem vor, Werbezeiten einzuschränken. Konkret plädiert er dafür, dass entsprechende Werbung nicht mehr in der Primetime ausgestrahlt werden dürfe, sondern allenfalls nach 23.00 Uhr. Der Glücksspielstaatsvertrag hat seit 2021 einen rechtlichen Rahmen für Werbung dieser Art festgelegt. Eine Änderung hätte weitreichende Folgen.

Ein freiwilliger Verzicht seitens der Wettanbieter auf Werbung erscheint unwahrscheinlich. Matthias Dahms, Präsident des Deutschen Sportwettenverbandes (DSWV), argumentiert, ein Verbot sei nicht umsetzbar, insbesondere da der Glücksspielstaatsvertrag nicht kurzfristig zu ändern sei und dies auch nicht die Mehrheit der Bundesländer unterstütze.

Ohne konkrete Zahlen zur Sportwettsucht in Deutschland bleiben Schätzungen vage, wandern zwischen fünf- und sechsstellig. Der Jahresbericht 2022 der Deutschen Suchthilfe weist allerdings darauf hin, dass rund ein Drittel der Sportwetter Symptome einer Glücksspielstörung aufzeigen – ein alarmierender Befund, der die Forderungen nach regulativen Maßnahmen unterstützt.

FAQ’s

Was kritisiert Transparency International am Sponsoring der UEFA EURO 2024? Transparency International kritisiert, dass die UEFA EURO 2024 Sponsoring von Betano im Bereich Sportwetten erhält und befürchtet, dass dies insbesondere junge Männer zu Glücksspielen verleiten könnte. Die Organisation hebt hervor, dass potenzielle Risiken wie Spielsucht dadurch minimiert erscheinen.

Was ist die Hauptforderung des Bundesdrogenbeauftragten im Hinblick auf die UEFA EURO 2024? Der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert appelliert für eine Durchführung der Fußball-EM 2024 in Deutschland ohne die Bewerbung von Sportwetten. Er betont die Notwendigkeit, die Spiele werbefrei zu halten und schlägt vor, Werbezeiten für Sportwetten stark einzuschränken, um die Risiken durch Sportwetten ernst zu nehmen.

Welche Maßnahmen wurden bereits im Rahmen der UEFA EURO 2024 zur Förderung von Fairplay und Integrität ergriffen? Im Rahmen der UEFA EURO 2024 hat die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) eine Dopingpräventions-Kampagne unter dem Titel „Heimspiel für Fairness“ initiiert. Diese Aktion, in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) durchgeführt, zielt darauf ab, Fairplay und Integrität während des Turniers zu fördern.

Wer schreibt hier?

  • Nils Römeling

    Nils Römeling zeichnet sich seit 2006 als versierter Autor und Betreiber von erfolgreichen, reichweitenstarker Fußballwebseiten aus. Sein Fokus liegt auf der Bereitstellung aktueller Nachrichten, die die deutsche Nationalmannschaft, die Bundesliga, den internationalen Fußball und den Frauenfußball abdecken. Persönlich hat er die einzigartige Erfahrung gemacht, mehrere Fußballweltmeisterschaften (2010, 2014 und 2022) live zu erleben und über die jüngsten Fußball-Europameisterschaften in den Jahren 2016 und 2021 zu berichten. Abseits seiner beruflichen Tätigkeit findet er Vergnügen daran, Spiele des FC Augsburg direkt im Stadion zu verfolgen.

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